AstroBlog

Staubauswurf aus dem Kern des Kometen C/2020 F3 NEOWISE

von Bernd Koch

Aus dem rotierenden Kometenkern wird Kernmaterial herausgeschleudert, wie bei einem gewöhnlichen sich drehenden Rasensprenger. So erzeugte multiple „Schalen“ kennt man von vielen Kometen. Der rötliche Staubaustritt ist aufgrund der hohen Helligkeit der grünlichen Koma nicht gerade leicht zu erkennen. Mit Hilfe der Photoshop-Funktion „Konturen finden“ und Differenzbildung bei Überlagerung mehrerer Ebenen wurde die Spirale herausgearbeitet.

Komet C/2020 F3 NEOWISE am Abend des 31. Juli 2020. Der Komet ist visuell nur noch etwa 5 mag hell.

Innerhalb von 24 Stunden ist innerhalb meiner Messgenauigkeit keine Rotation zu erkennen, was darauf hindeutet, dass der Kern sehr langsam rotiert. Dass er rotieren muss, erkennt man an dem spiralförmigen Auswurf und der Drehung der Spirale innerhalb von 12 Tagen seit 19. Jui 2020. Aus diesen beiden Messpunkten allein eine verlässliche Periode abzuschätzen, ist nicht möglich. Weitere Beobachtungen bis zum Ende der Sichtbarkeit sind nötig.

21/22. Juli 2020: Komet C/2020 F3 NEOWISE am Bauch der Großen Bärin

von Bernd Koch

Letzte Nacht war das bewährte Kometenteam, bestehend aus Yossy und Peter Stinner, Colin Thiel und Bernd Koch wieder unterwegs im Westerwald. Der Himmel war extrem klar, die Milchstraße erstreckte sich von Perseus über Cassiopeia, Schwan und Adler bis in den Schützen. Der Lagunennebel M8 war mit dem bloßen Auge sichtbar. Bei rund 11°C, Windstille und wenig Luftfeuchtigkeit ließ es sich gut aushalten. Der Aufbau der Teleskope erfolgte eine halbe Stunde vor einem traumhaften Sonnenuntergang um 21.34 Uhr. Während Peter und ich ausschließlich den Kometen fotografierten, nahm Colin auch die Milchstraße ins Visier.

Der Komet war ab ca. 23 Uhr mit dem bloßen Auge und einem etwa 3 Grad langem Schweif zu sehen. Gegen 2.45 Uhr hatten wir alles „im Kasten“. Eine unvergessliche Exkursion.

Aufsuchkarte C/2020 F3 NEOWISE für das Wochenende 18/19. Juli 2020

von Bernd Koch

11./12./13. Juli 2020: Komet C/2020 F3 NEOWISE mit bloßem Auge sichtbar!

von Bernd Koch

Ob einem Kometen das Prädikat „Großer Komet“ verliehen wird und er einen prachtvollen Gas- und Staubschweif in Sonnennähe entwickelt, oder aber unter dem Einfluss der Sonne zerbröselt (siehe Komet C/2019 Y4 ATLAS), lässt sich nicht mit letzter Gewissheit voraussagen. 23 Jahre nach dem letzten „Großen Kometen Hale-Bopp“ schickt sich jedenfalls C/2020 F3 NEOWISE an, in dessen Fußstapfen zu treten. Der erst im März mit dem Weltraumteleskop NEOWISE entdeckte Himmelskörper entstammt den äußeren Regionen unseres Sonnensystems, in der die Frühzeit unseres Sonnensystems tiefgefroren konserviert ist und nun freigelegt wird. In seinem rund 5 Kilometer großen Kern sind anscheinend reichlich Gas und Staub vereinigt, die infolge der Erwärmung durch die Sonne und unter deren Strahlungsdruck freigegeben werden. Am 23. Juli steht der Komet der Erde am nächsten.

Ersten Kontakt mit dem Kometen hatte ich am 11./12. Juli 2020. Wolken rahmen hier den Kometen dekorativ ein.

Mein Beobachtungsbericht zur Nacht vom 12./13. Juli 2020:

Letzte Nacht klarte es sich perfekt auf und der Komet war in der Nähe meines Wohnortes im Westerwald wunderschön zu beobachten. Ich konnte den Kometen bei hellem Halbmondlicht mit ca. 3 Grad langem Schweif erkennen. Wir waren diesmal zu fünft auf Kometenpirsch: Peter und Yossy Stinner aus Wissen/Sieg, die Schüler Colin Thiel und Henri Bracht vom Westerwald-Gymnasium in Altenkirchen/Ww. und meine Wenigkeit (Sörth/Ww.). Da Colin auch sein Celestron 6 aufbaute, haben wir zudem Jupiter, Saturn, Mars, Mond und natürlich den prachtvollen Kometen durch sein Teleskop bewundern können, während bei allen die Kameras liefen. Danke Colin, dass du das C6 mitgenommen hattest Es war eine unvergeßliche Beobachtungsnacht!

Der Komet ist selbst unter einem hellen Großstadthimmel gut zu sehen, wie Thomas Daniels berichtete:

Und so findet man den Kometen bis zum 11. August 2020 am Abendhimmel:

19. Juni 2020: Ein Spiel von Licht und Schatten: Die Venusbedeckung durch den Mond

Heute hatte ich mächtiges Glück mit dem Wetter: Um die Bedeckung der Venus durch den Mond beobachten und filmen zu können, brauchte ich zumindest etwas klaren Himmel in Wolkenlücken.

Ein seltenes, spektakuläres Himmelsereignis konnte mit Teleskopen am hellen Tageshimmel verfolgt werden. Um 9:49 MESZ (7:49 UT) schob sich der abnehmende Mond von Westen („rechts“) kommend vor die gleißend helle Sichel des Planeten Venus und „verschlang“ sie innerhalb von drei Minuten. Bis die Venus am dunklen Mondrand um 9:52 MESZ (7:52 UT) wieder austrat.

Refraktor Astro-Physics 130mm EDF-S f/6 plus 2x-Barlowlinse. Videokamera: QHY5III178C mit IR850-Langpassfilter. Aufnahme mit FireCapture im Raw-Modus und 2x2-Binning. Videoformat: SER. (c) Bernd Koch

Die Planung des Ereignisses erfolgte mit Hilfe der Software STELLARIUM. Nach Eingabe der genauen Koordinaten meines Beobachtungsorts konnte ich den zeitlichen Ablauf der Bedeckung auf einige Sekunden genau im voraus planen. Das war insbesondere nützlich, um den genauen Anfangszeitpunkt für die Videoaufnahmen nicht zu verpassen (!).

19.6.2020: Simulation der Venusbedeckung durch den abnehmenden Mond zwischen 7:41 UT und 8:55 UT (STELLARIUM)
Venusbedeckung durch den Mond am 19.6.2020. Eintrittsphase ab 7:49UT. Der leicht von der Sonne aufgehellte Mond schiebt sich innerhalb von drei Minuten von rechts nach links vor die Venus (c) Bernd Koch

Nun hieß es, knapp eine Stunde zu warten, bis der vorbeiziehende Mond die Venus wieder freigab. Um 8:45UT war es dann soweit:

Venusbedeckung durch den Mond am 19.6.2020. Austrittsphase ab 8:45UT. TimeLape (Zeitraffer). Innerhalb von drei Minuten trat die Venus vollständig hervor. Der Mond bewegte sich von rechts unten nach links oben (c) Bernd Koch

Gegen Ende der Bedeckung gab es noch ein Sahnehäubchen: Die Venussichel schien sich sekundenlang in zwei Teile aufzuspalten. Als Ursache kommen die Krümmung des Mondhorizonts und das unregelmäßige Mondrandprofil in Frage. Der Mondrand ist ja nicht „glatt“: Mondberge verdecken die Venus, während Mondtäler Licht des Planeten durchlassen.

Venusbedeckung durch den Mond am 19.6.2020. Austrittsphase ab 8:45UT. TimeLape (Zeitraffer). Innerhalb von drei Minuten trat die Venus vollständig hervor. Der Mond bewegte sich von rechts unten nach links oben (c) Bernd Koch

12. Juni 2020: Plasmaströme in der Sonnenatmosphäre

von Bernd Koch

So langsam scheint unsere Sonne aus ihrem historischen Aktivitätstief herauszukommen. Am Vormittag des 12. Juni zeigte sich noch wenig interne Bewegung in dieser stationär wirkenden Protuberanz.

Sonnenprotuberanz am 12.6.2020, 11:22 UT. Noch deutet nichts daraufhin, dass sich hier und heute etwas Spektakuläres ereignen würde .... Video (c) Bernd Koch

Vor 15 Uhr UT muss sich die Protuberanz abgelöst haben und strömte dann sehr schnell von der Sonne weg.

SolarSpectrum 0,5Å H-alpha-Sonnenfilter. Teleskop: Astro-Physics 130mm @f/24. Videokamera: QHYIII178C, 2x2-Binning. Serie von Videostandbildern (kein Stacking).

2. Juni 2020: Venus 1 Tag und 10 Stunden vor Neuvenus

von Bernd Koch

Dies war die letzte Gelegenheit, die Venus als Abendstern östlich der Sonne zu beobachten. Sie erreicht die Phase „Neuvenus“ am 3. Juni um ca. 21 Uhr MESZ und ist dann Morgenstern, westlich der Sonne. Ab dann nimmt die Venus langsam wieder zu.

Um 11 Uhr MESZ (9 Uhr UT) steht die Venus nur 2° vom Sonnenrand entfernt (Stellarium)

Es war nicht ganz einfach, die Venus gefahrlos mit dem Teleskop anzusteuern. Zunächst setzte ich den AstroSolar-Sonnenfilter auf den 130mm-Refraktor und synchronisierte das Teleskop auf die Sonne. Dann steuerte ich das Teleskop nordöstlich in Richtung Venus. Damit dies kein Blindflug wurde, verfolgte ich in der Software Stellarium den Lauf des Teleskops, bis es die Venus erreichte. Dann nahm ich den Sonnenfilter ab und filmte die Venus.

Die im Bild sichtbaren Störungen stammen von vorbeifliegenden Pollen, die im Sonnenlicht glitzern: Manche nah und deshalb unscharf, manche fern.

2.6.2020, 8.58UT, gut einen Tag vor Neuvenus. Venus nur 2° vom Sonnenrand entfernt (!) Refraktor Astro-Physics 130 mm EDF-S + 2x-Barlow + IR850nm Kantenfilter + QHYIII178C (c) Bernd Koch.

1. Juni 2020: Venus kurz vor der unteren Konjunktion am 3. Juni

von Bernd Koch

Traumwetter am heutigen Pfingstmontag! Am strahlend blauen Himmel die im Sonnenlicht gleißende Venus ganz nahe bei der Sonne zu finden, bleibt nur geübten Amateurastronomen vorbehalten und ist auch für jene nicht ganz einfach. Und auch sehr gefährlich, weil man mit dem Teleskop unbedingt vermeiden muss, in die heiße Sonne zu geraten. Also bitte keinesfalls nachmachen, sondern den Anblick der Bilder und Videos im Internet genießen!

Warnhinweis: NICHT selbst versuchen, die Venus nahe der Sonne zu finden! Nicht mit dem bloßen Auge und auch nicht mit Fernglas oder Teleskop! Die Gefahr, das Augenlicht zu verlieren, ist sehr groß. Gefahrlos im Internet anschauen!

Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)

Venus in unterer Konjunktion

Steht aus unserer Sicht auf der Erde ein Planet in einer Linie mit der Sonne, spricht man von einer Konjunktion. Derzeit durchläuft die Venus die untere Konjunktion und steht genau zwischen Sonne und Erde. Da die Venus von uns aus gesehen nur auf der Rückseite, sozusagen von „hinten“ beleuchtet wird, sollte sie eigentlich unsichtbar sein. Wie der Neumond, den wir auch nicht sehen können. Ist sie aber nicht! Wir sehen in der Phase „Neu-Venus“ doch etwas, und zwar einen gleißend hell leuchtenden Lichtbogen, heute am 1.6.2020 (noch nicht ganz) rund um die Venus! Ein faszinierendes Schauspiel!

Warum sieht man die Venus überhaupt?

Also, warum sehen wir auf diesen Videoaufnahmen die Venus, aber den Mond in der vergleichbaren Neumondphase nicht?

Den Unterschied macht die dichte Kohlendioxid-Treibhausatmosphäre der Venus, die das von der Sonne auf sie fallende Licht vorwärts rund um den ganzen Planeten streut. Unser Mond hat keine Atmosphäre und bleibt deshalb (nahezu) völlig unbeleuchtet, mit Ausnahme des wenigen zurückgestreuten Lichts der Erde.

Venus am 1. Juni 2020

Links: Venus am 1.6.2020, 9:16 UT. Rechts: Die Venus befand sich rund 3°35′ östlich der Sonne (Stellarium). Aufnahme mit 130mm-Refraktor und 2x-Barlowlinse. Videokamera: QHYIII178C ohne IR-Sperrfilter aber mit IR850nm Infrarot-Durchlassfilter. Belichtung pro Frame: ca. 2,5 Millisekunden. Die flackernden Störungen im Video werden verursacht durch Pollenflug (c) Bernd Koch

Stacking: Autostakkert! Ca. 14.000 Frames mit QHYIII178C und IR850nm Langpassfilter, Belichtung: 2,4ms/Frame. (c) Bernd Koch

Venus am 31. Mai 2020

Venus am 30. Mai 2020

Beifang bei der Venusbeobachtung: Sterne gucken am Tage, geht das?

Sterne gucken am Tage?? Unmöglich? Nein, gut möglich mit einem vernünftig aufgestellten Teleskop und Computersteuerung möglich. Hier seht ihr am 30. Mai 2020 gegen Mittag den Hauptstern des Sternbildes Stier, den Roten Riesen Aldebaran. Nur gut 5° südöstlich der Sonne

Venus am 29. Mai 2020

Aufnahme mit 130mm-Refraktor und 2x-Barlowlinse. Videokamera: QHYIII178C ohne IR-Sperrfilter aber mit IR850nm Infrarot-Durchlassfilter. (c) Bernd Koch

Ausblick: Venus-Konjunktion am 3. Juni 2020

Noch ist die Venus nominell Abendstern, weil sie in den vergangenen Wochen östlich der Venus stand und deshalb nach Sonnenuntergang sichtbar war. Das ändert sich am 3. Juni: Venus zieht scheinbar nahe an der Sonne vorbei auf die Westseite und ist dann in den kommenden Wochen vor Sonnenaufgang sichtbar – als Morgenstern. Die Venus wird dann wieder zunehmen.

Venus-Konjunktion am 3. Juni 2020. Das Ereignis kann nicht beobachtet werden, weil die Venus scheinbar zu nahe an der Sonne steht. Quelle: Stellarium

Ein „neuer“ Stern in Galaxie M61: Die Supernova SN2020jfo

von Bernd Koch und Melina Anna Mitsakos

Eine auffallend helle, überraschend blaue Supernova – SN2020jfo – wurde am 6. Mai 2020 in der ca. 66 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie Messier 61 entdeckt. Es handelt sich um das spektakuläre Endstadium eines massereichen Sterns, dessen Kern nach Ende des Kernbrennens unter dem Druck seiner äußeren Hülle kollabiert. Es bildet sich eine Druckwelle aus, die die Sternenhülle in den Weltraum schleudert. Astronomen klassifizieren die Explosion als Supernova vom Typ II. Wir sind gespannt, was die Astronomen herausfinden werden: Welches Schicksal erleidet der Vorläuferstern? Hat es ihn zerrissen, oder bleibt ein Schwarzes Loch zurück? Schaut man sich Spektren der SN an, so kann man die blaue Farbe der Explosionswolke bestätigen. Diese muss richtig heiß sein und wird ihr Strahlungsmaximum weit im UV-Bereich haben.

Die Aufnahme entstand in Kooperation mit Melina Anna Mitsakos (Stufe 9 des Gymnasiums Wülfrath), die im letzten Jahr für ihre Facharbeit zu einem astronomischen Thema am AstroTreff des Schülerlabors Astronomie am CFG teilnahm. Die Videokonferenz wurde mit Jitsi realisiert, die Fernsteuerung von Teleskop und Kamera erfolgte vom Mac aus mit AnyDesk.

Starlink – eine Beobachtung mit mulmigem Gefühl

von Thomas Daniels

Starlink-Satelliten gehören zu einer Flotte von mehreren hundert kleinen Satelliten. Sie wurden mit einer wiederverwendbaren Falcon9-Rakete der Firma SpaceX in erdnahe Umlaufbahnen gebracht hat, um in der vollständigen Ausbauphase mit tausenden Satelliten an jedem Punkt der Erde einen schnellen Internetzugang ohne Bodeninfrastruktur zur Verfügung zu stellen.

Diese Satelliten schwirren nun in schneller Folge über den Himmel. Innerhalb von 45 Minuten konnte ich mit einem einfachen iPhone 8 solcher Geräte fotografieren, dazu zwei Flares unbekannter Satelliten am oberen und unteren Bildrand. Zwei Flugzeuge sind in der Nähe des Düsseldorfer Flughafens üblich.

Für Mai 2020 sind zwei weitere Serien zu je 60 Satelliten für den Start vorgesehen (https://www.rocketlaunch.live/?includePast=1&tag=series-spacex-starlink ). Die Sichtbarkeit aller Starlink-Serien lässt sich unter www.heavens-above.com für den eigenen Standort vorherberechnen.

Kommentar von Bernd Koch: Aus Sicht der Astronomen stellen die Starlinksatelliten eine Form der Lichtverschmutzung dar. In der obigen Überflugphase erreichten die Satelliten eine Helligkeit, die dem hellen Hauptstern Arktur im Sternbild Bärenhüter entsprach. Mehr als 10 Minuten lang einer nach dem anderen. Deren Lichtspuren ruinieren Astroaufnahmen und sättigen die Sensoren bei professionellen Messungen:

https://www.spaceweather.com/archive.php?view=1&day=24&month=04&year=2020

Hier ein Statement der Internationalen Astronomischen Union: https://www.iau.org/news/announcements/detail/ann19035/

25.4.2020: Rendezvous von Mond und Venus am Abendhimmel

von Bernd Koch

Zweieinhalb Tage nach Neumond stand die schmückte die Mondsichel dekorativ den kristallklaren Abendhimmel. Und mit zunehmender Dunkelheit wurde auch das schwache Erdlicht auf dem Mond sichtbar. „Erdlicht“ deshalb, weil die von der Sonne beschienene Erdatmosphäre einen Teil des Lichts auf den Mond reflektiert, welches von dort zu uns zurückgeworfen wird.

Nadine Bratek und Greta Hollender aus dem CFG-Projektkurs Astronomie der Q1 fotografierten die Mondsichel für ihre Projektarbeit zum Thema Mond und Mondphasen.

22.4.2020: Sonnenbeobachtung mit unerwartendem Ereignis

von Bernd Koch

Manchmal kann eine derzeit ereignislose Sonne – wir befinden uns immer noch im Aktivitätsminimum – interessante Nebenaspekte bieten. Als Teil seiner Master-Thesis an der Bergischen Universität Wuppertal bediente Johannes Heinemann per Fernsteuerung von Wuppertal aus meine Teleskope und Kameras, um Videoaufnahmen der Sonne in H-alpha und im Weißlicht zu erhalten. Mit Erfog. Und während wir gemeinsam auf den Bildschirm schauten, beobachteten wir plötzlich einen Schatten, der für den Bruchteil einer Sekunde das Bildfeld durchquerte. Seht hier:

Durchflug des LearJets LJ45 um 10:49:37 UT. Dauer: ca. 1/2 Sekunde.

Wir dachten zunächst an einen Vogel. Heute, bei der Durchsicht der Videos identifizierte Johannes das Objekt eindeutig als etwas größeren Vogel. Nun wurde es spannend: Der Schatten hatte nicht die Form einer Boeing 737 oder eines Airbus‘. Was kann das sein?

Auf Flightradar24 wurden wir fündig: Ein Flugzeug vom Typ Learjet 45.

Leider werden in der kostenlosen Version von Flightradar 24 keine Daten von Privatflugzeugen veröffentlicht. Ab jetzt kann man nur spekulieren, welchen Hintergrund dieser Flug hatte. Laut Webseite des Herstellers Bombardier wird der Bautyp „Learjet 45“ als Ambulanzflugzeug eingesetzt. Konnte dies ein Ambulanzflug in Zusammenhang mit Corona sein? Die Aktuelle Stunde des WDR berichtete gestern am 22.4.2020 vom Rücktransport eines italienischen Patienten nach Bergamo. Allerdings fand jener Flug von Köln/Bonn aus bereits am 21.4. statt. Unser Lj45-Flug endete laut Flightradar24 jedenfalls um 11.02 UT in Korbach. Und hier verliert sich die Spur ….

19.4.2020: Die Wolkenhülle der Venus im ultravioletten Licht

von Bernd Koch

Vor Wochen noch hochgelobt, steht Komet C/2019 Y4 möglicherweise vor einem frühzeitigen Ende. Noch bevor er der Sonne wirklich nahegekommen ist. Er wäre nicht der erste, dem dieses Schicksal widerfährt.

17.4 2020: Strukturen in Koma und Kern von Komet C/2016 Y4

von Bernd Koch

Die Nacht vom 17./18. April 2020 war kurz, aber klar. Noch bevor die Wolken gegen Mitternacht die Session beendeten, konnte ich den Kometen nochmals aufnehmen. Hier eine Animation, zusammengestellt aus 14 Aufnahmen zu je 120s Belichtungszeit.

Verarbeitungsschritte: (1) AVI-Animation erstellt mit MaxIm DL. (2) Konvertierung zu mp4 (H264) mit Video Converter Factory. (3) Finish mit MovieMaker. Video: Privatsternwarte Bernd Koch

Der Komet erschien etwas lichtschwächer als in der Nacht zuvor. Das Stacking der Einzelbilder erfolgte mit MaxIm DL, zentriert auf die Koma des Kometen.

Nach Bildschärfung mit dem Filter „Mexican Hat“ innerhalb der Software GIOTTO zeigten sich kleinere „Verdickungen“. Es könnte sich um abgespaltene Teile des Kometen handeln.

16.4.2020: Zerfall des Kometen C/2016 Y4 beobachtet!

von Bernd Koch

16. /17. April 2020. Konnte ich zum ersten Mal bei diesem Kometen erkennen, dass die Koma zwei Helligkeitsschwerpunkte aufwies. Ein deutliches Zeichen dafür, dass der Komet unter Bestrahlung durch die Sonne „zerbröselt“. Spannend wird sein, wann der Kern in so kleine Teile zerlegt ist, dass von ihm nicht mehr übrig bleibt als eine Wolke aus Gas und feinem Staub. Definitiv legte der Komet gegenüber den Abenden zuvor an Helligkeit zu. Ein gegenwärtig (wieder) lohnendes Ziel!

8./9. April 2020: Der Komet erschien relativ lichtschwach und die Koma war deutlich länglich. Strukturen in der grünlich leuchtenden Koma konnte ich nicht ausmachen, trotz des größeren C14-Teleskops. Das Bild ist ein Dreifarben-RGB-Komposit, zentriert auf die Kometenkoma. Der Komet bewegte sich während der Aufnahme der Farbauszüge von Nordosten (links oben) nach Südwesten (rechts unten).

7. April 2020: Mein teleskopische Auflösung reicht heute abend nicht aus, einzelne Fragmente des Kometenkerns, so wie in der schweizerischen Aufnahme mit dem wesentlich größeren Teleskop am 1. April zu sehen, deutlich abzubilden. Der 130mm-Refraktor hat dafür eine zu kurze Brennweite ….

10./11.4.2020: Photometrie des Sterns SZ Lyncis

April 2020: Komet C/2016 Y4 zerfällt!

von Bernd Koch

Erste Auflösungserscheinungen des Kometen C/2019 Y4 ATLAS von Amateurastronomen beobachtet. Die Koma des Kometen begann länglich zu erscheinen. Mit einem schweizerischen, öffentlichen 90cm-Teleskop wurden recht gut aufgelöste Bilder erhalten, seht hier:

https://www.spaceweather.com/archive.php?view=1&day=16&month=04&year=2020

11.11.2019: Vom Winde verweht: Der Merkurtransit

16.7.2019: Partielle Mondfinsternis

27.7.2018: Totale Mondfinsternis

12.12.2018: Komet 46P/Wirtanen – der Weihnachtskomet 2018